Sunday, April 27, 2014

Wiedersprüchlichkeit des Glaubens

Seit Jahren bin ich auf der Suche nach meiner Religion, meinem Glauben, doch bis jetzt habe ich immer noch keine Richtung gefunden, die wirklich meinem Inneren entspricht.

Eigentlich habe ich ja einen Glauben, ich glaube an Dinge, die aber selten wirklich etwas mit Religion zu tun haben. Außer dem haben sich meine eigenen Gedanken in einen Wiederspruch verzettelt aus dem ich seither nicht herausgefunden habe. Eine Lücke.

Ich glaube, dass mit Freude und Hoffnung alles zu schaffen ist, das man sich vornimmt. Ich glaube nicht, dass positives Denken positive Geschehen hervorruft, aber dass es das Erkennen und Schätzen dieser erleichtert. Außerdem gehört für mich das Schätzen und die Freude zusammen, man muss lernen im Leben das gute an Menschen zu schätzen und aufhören sich an dem schlechten festzubeißen. Nichts und niemand ist perfekt, also ist jeder perfekt nach der Ansicht, dass man das Glas immer als halb voll oder halb leer sehen kann. Das Leben ist ein Geschenk und bevor du es wegwirfst, schenk es jemand anderem, finde einen Wunsch, einen Traum, jemanden, der deine Hilfe braucht und der es schafft dass du weiter machst und stark bleibst.

Es gibt viele derartige Sätze die mir - vor allem im letzten Jahr - oft durch den Sinn gegangen sind. Unter anderem, dass ich andere Menschen nicht wegen einer Nationalität oder Religion oder Aussehen anders behandle als andere und dass ich den Lebensweg und die Entscheidungen jedes Menschen akzeptiere. Dabei sind da Menschen, die das nicht tun und die gehören ja auch zu denen, die ich akzeptieren möchte. Dazu kommen dann noch Menschen, die die Entscheidung treffen anderen Menschen das Leben zu nehmen, aber wie sind solche Entscheidungen zu akzeptieren, wenn man doch selbst der Meinung ist, dass Anderen Leid anzutun, schlecht ist?

Dann ist mir auch sehr schnell klar geworden, warum zwei Menschen mit unterschiedlichen Religionen (die beide sehr gläubig aber nicht fanatisch oder radikal) nicht wirklich normal miteinander über die gegenseitige Religion reden können, da gibt es einfach Dinge die man nicht versteht und die beim andern falsch sind weil sie bei einem selbst ja nur richtig sein können. Man kann zumindest nicht davon ausgehen, dass alle Recht haben aber auch schwer davon, dass keiner Recht hat. Glaube ist in Herz und Hirn also geht man eher davon aus, dass man selbst Recht hat. Recht ist wahr und richtig und was man glaubt ist eines eigenen Wahrheit.

Für mich gibt es nach dieser These eigentlich nicht wirklich eine Lösung für dieses allgemeine Problem der Wiedersprüchlichkeit im Glauben. Jede Religion würde perfekt funktionieren, aber nur wenn jeder sie hätte. Und wären wir alle gleich, wäre das Leben langweilig. Über ein Thema wie dieses zu reden, ist wie ein Kreis, wo ein Teil zum anderen passt, aber der Anfang nicht zum Ende. Wo Menschen einfach nicht zusammenpassen weil sie anders denken und man niemals mit einem Glauben oder einer Religion alle Fälle abdecken kann. Wo es heißt Vergebung, doch man kann einfach nicht vergeben. Es gibt diesen Punkt wo einfach alle einmal ratlos sind. Vielleicht wird das der Moment an dem zwei Menschen, die Religionen, die Nationen zum ersten Mal zusammen kommen.

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